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Bewertung von quellfähigen Böden in Bremen – wenn der Boden unter dem Fundament arbeitet

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Ein häufiger Fehler, den Baufirmen in Bremen machen, ist, die quellfähigen Böden in den Marsch- und Geestgebieten zu unterschätzen. Gerade auf den tonreichen Schichten der Wesermarsch kann der Boden bei Feuchtigkeitsänderung sein Volumen um bis zu zehn Prozent verändern – das reicht, um Fundamente anzuheben oder Risse in Wänden zu verursachen. Statt nur eine Standard-Sondierung durchzuführen, sollte daher immer eine gezielte Bewertung von quellfähigen Böden erfolgen, bevor man mit dem Aushub beginnt. In unserer Erfahrung wird dieser Schritt oft aus Zeitdruck übersprungen, obwohl die Schäden danach teuer werden. Kombiniert mit einer Kornverteilungsanalyse (Granulometrie) lassen sich die quellaktiven Tomminerale wie Montmorillonit sicher identifizieren.

Illustratives Bild von Suelos expansivos in Bremen
Ein Quellpotenzial von über 4 Prozent gilt in Bremen als kritisch – dann sind spezielle Gründungsmaßnahmen wie eine lastverteilende Bodenplatte nötig.

Methodik und Umfang

Die Marschböden Bremens bestehen überwiegend aus Weichsel-Klei mit hohem Schluff- und Tonanteil, der bei Wasseraufnahme stark quillt. Typisch sind Grundwasserstände zwischen 1,0 und 2,5 Metern unter Gelände, was die jahreszeitliche Durchfeuchtung der oberen Bodenschichten begünstigt. Bei der Bewertung von quellfähigen Böden messen wir im Labor den Quell- und Schrumpfdruck nach DIN 18132 sowie den Plastizitätsindex nach DIN 18122. Daraus leiten wir die Klassifikation nach DIN 18196 ab: Böden der Gruppen TA, TM und TL neigen zu starkem Quellen. Ein weiterer Parameter ist der freie Quellversuch (DIN 18135), der das Volumenänderungspotenzial unter definierter Last zeigt.
Technisches Referenzbild — Bremen

Lokale Besonderheiten

In Bremen sehen wir immer wieder, dass nach einem trockenen Sommer die oberen Tonlagen stark schrumpfen, im Herbst dann aufquellen und Risse in Kellerwänden und Bodenplatten verursachen. Werden quellfähige Böden nicht erkannt, können Setzungen von mehr als 5 cm auftreten – das reicht, um die Standsicherheit von leichten Hallen oder Einfamilienhäusern zu gefährden. Deshalb ist eine frühzeitige Bewertung von quellfähigen Böden in Bremen keine Option, sondern eine technische Notwendigkeit, vor allem bei Bauvorhaben in den Stadtteilen Walle, Gröpelingen oder Huchting, wo die Marschböden besonders aktiv sind.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Quell- und SchrumpfdruckBestimmung nach DIN 18132, Bereich 0,1 – 2,5 MN/m²
Plastizitätsindex IpDIN 18122, typisch 25 – 55 % bei quellfähigen Tonen
Freier QuellversuchDIN 18135, Quellpotenzial 2 – 12 %
Wassergehalt w_natDIN 18121, natürlicher Wassergehalt 25 – 45 %
Kornanteil < 0,002 mmDIN 18123, Tonanteil oft > 40 %

Zugehörige Fachleistungen

01

Quell- und Schrumpfversuche im Labor

Gezielte Prüfung des Quellpotenzials und des Schrumpfverhaltens nach DIN 18132 und DIN 18135. Wir ermitteln den Quell- und Schrumpfdruck unter definierten Randbedingungen, um eine sichere Gründung zu dimensionieren.

02

Bodenklassifikation und mineralogische Analyse

Bestimmung der Tommineralzusammensetzung mittels Röntgendiffraktometrie (XRD) und Klassifikation nach DIN 18196. Identifikation von quellaktiven Mineralen wie Montmorillonit, Illit und Kaolinit.

Geltende Normen

DIN 18132: Baugrund – Versuche und Prüfgeräte – Quell- und Schrumpfdruck, DIN 18196: Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN 18135: Standard Test Methods for One-Dimensional Swell or Collapse of Soils

Häufige Fragen

Was kostet eine Bewertung von quellfähigen Böden in Bremen?

Die Kosten für eine Bewertung von quellfähigen Böden in Bremen liegen im Bereich zwischen 590 und 1.610 Euro, abhängig von Umfang der Laborversuche, Anzahl der Proben und erforderlichen Nachweisen. Ein Angebot mit genauen Kosten erhalten Sie auf Anfrage.

Welche Bodenarten in Bremen sind besonders quellfähig?

Besonders quellfähig sind die tonreichen Marschböden der Wesermarsch, die in Bremen vor allem in den Stadtteilen Walle, Gröpelingen und Huchting vorkommen. Diese Böden gehören nach DIN 18196 meist zu den Gruppen TA (Ton mit ausgeprägter Plastizität) oder TM (Ton mit mittlerer Plastizität) und weisen einen Tonanteil von über 40 Prozent auf.

Wie lange dauert eine Bewertung von quellfähigen Böden?

Die reine Laboruntersuchung dauert in der Regel drei bis fünf Werktage, sofern die Proben bereits im Labor vorliegen. Bei Probenahme vor Ort und zusätzlichen Quellversuchen kann die Bearbeitungszeit auf bis zu zwei Wochen steigen. Für eine termingerechte Planung empfehlen wir, die Untersuchung frühzeitig zu beauftragen.

Welche Normen gelten für die Bewertung von quellfähigen Böden in Deutschland?

In Deutschland sind die DIN 18132 (Quell- und Schrumpfdruck), DIN 18196 (Bodenklassifikation) und DIN 4020 (Geotechnische Untersuchungen) die maßgebenden Normen. International wird häufig die DIN 18135 herangezogen. Unser Labor arbeitet nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert und wendet diese Normen konsequent an.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Bremen.

Standort und Servicegebiet

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