Die DIN 4020:2010-12 und der Eurocode 7 (EN 1997-1:2004) bilden die Grundlage für die Charakterisierung von Residualböden in Bremen. Diese Verwitterungsböden treten hier besonders in den Geestrandlagen auf – etwa in Horn-Lehe oder Borgfeld. Das Grundwasser steht oft nur 2 bis 3 Meter unter Flur und reagiert auf die Tide der Weser. Dadurch ändern sich die Sättigungsgrade der Residualböden saisonal erheblich. Unser Team führt vor Ort die Klassifikation nach DIN 18196 durch und ergänzt sie mit einem Aufschluss durch Drucksondierung zur Ermittlung der Lagerungsdichte. Nur so lassen sich die scherfesten Eigenschaften dieser Böden zuverlässig bewerten.
Residualböden in Bremen zeigen einen hohen Schluffanteil und reagieren empfindlich auf Wasserzutritt – die Scherfestigkeit kann bei Sättigung um bis zu 40 % fallen.
Methodik und Umfang
In Bremen beobachten wir häufig, dass die Residualböden aus pleistozänen Geschiebemergeln und tertiären Feinsanden hervorgehen. Die Korngrößenverteilung reicht von Schluff bis zu stark sandigen Kiesen – stets mit einem wechselnden Tonanteil. Folgende Parameter sind für die Baupraxis entscheidend:
Wassergehalt nach DIN 18121 (oft über 25 % in den oberen 2 m)
Konsistenzgrenzen nach DIN 18122 (Fließgrenze meist zwischen 30 und 45 %)
Scherfestigkeit aus Rahmenscherversuch (DIN 18137) – Reibungswinkel um 27° bis 33°
Steifemodul aus Ödometerversuch (DIN 18135) – Werte um 8 bis 18 MN/m²
Vor der Gründungsplanung kombinieren wir diese Werte mit einer Bestimmung der Plattendruckversuche, um die zulässige Bodenpressung realitätsnah zu ermitteln.
Technisches Referenzbild — Bremen
Lokale Besonderheiten
Das feucht-gemäßigte Klima Bremens mit rund 700 mm Jahresniederschlag führt zu häufigen Wechseln der Wassersättigung in den Residualböden. Im Winterhalbjahr steigt der Wassergehalt, die effektive Kohäsion sinkt. Das Risiko von Hangrutschungen ist in den Weserhängen bei Vegesack oder am Osterdeich real. Ein plötzlicher Grundwasseranstieg nach Starkregen kann die Standsicherheit von Böschungen um 25 bis 30 % reduzieren. Deshalb prüfen wir bei jeder Charakterisierung von Residualböden immer auch die hydraulischen Gradienten und empfehlen gegebenenfalls eine Dränageplanung nach DIN 4095.
Rammkernsondierungen bis 10 m Tiefe zur Entnahme gestörter und ungestörter Proben für die Klassifikation.
02
Rahmenscherversuch nach DIN 18137
Ermittlung von Reibungswinkel und Kohäsion an wassergesättigten und natürlichen Proben.
03
Ödometerversuch nach DIN 18135
Bestimmung des Steifemoduls und des Setzungsverhaltens unter Last – speziell für weiche Residualböden.
04
Korngrößen- und Konsistenzanalyse
Siebung, Schlämmanalyse und Fließ-/Ausrollgrenze nach DIN 18122 zur vollständigen Bodencharakterisierung.
Geltende Normen
DIN 4020:2010-12 (Geotechnische Untersuchungen), DIN 18196 (Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation), DIN 18121 (Wassergehaltsbestimmung), DIN 18137 (Scherfestigkeit – Rahmenscherversuch), Eurocode 7 – EN 1997-1:2004
Häufige Fragen
Was kostet eine Charakterisierung von Residualböden in Bremen?
Die Kosten liegen je nach Umfang zwischen 680 und 3.260 Euro. Ein Basisprogramm mit drei Bohrpunkten, Wassergehalt und Korngrößenverteilung startet bei etwa 680 Euro. Ein umfassendes Gutachten mit Ödometerversuchen und Rahmenscherversuch kann bis zu 3.260 Euro betragen.
Welche Normen gelten für die Bodenklassifikation in Bremen?
Maßgeblich sind DIN 4020:2010-12 für die geotechnische Untersuchung und DIN 18196 für die Klassifikation. Hinzu kommen DIN 18121 (Wassergehalt), DIN 18122 (Konsistenzgrenzen) und DIN 18137 (Scherfestigkeit). Für die Gründungsbewertung ist Eurocode 7 (EN 1997-1:2004) anzuwenden.
Wie unterscheiden sich Residualböden in Bremen von anderen Böden?
Residualböden entstehen durch Verwitterung des anstehenden Festgesteins – in Bremen vor allem aus Geschiebemergel und tertiären Feinsanden. Sie enthalten oft einen hohen Schluffanteil (20–40 %) und sind stark wasserempfindlich. Anders als Lockerböden zeigen sie keine Schichtung, aber eine ausgeprägte Klüftung aus Wurzelgängen und Trockenrissen.
Wann ist eine vertiefte Charakterisierung von Residualböden nötig?
Immer dann, wenn das Bauwerk größere Lasten in den Baugrund einleitet – etwa bei mehrgeschossigen Wohngebäuden, Brückenwiderlagern oder Stützwänden. Auch bei Böschungen mit Neigungen über 1:1,5 oder bei geplanten Kellergeschossen unterhalb des Grundwasserspiegels ist eine detaillierte Untersuchung unverzichtbar.