In Bremen sehen wir auf vielen Baustellen, dass die Verdichtung des Bodens oft nur nach Gefühl eingestellt wird – mit teuren Folgen. Der Proctor-Versuch liefert die notwendige Kennzahl: die maximale Trockendichte und den optimalen Wassergehalt. Gerade auf den Weichschichten der Bremer Marsch, wo der Grundwasserstand hoch ist, entscheidet die richtige Verdichtung über die Standsicherheit von Fundamenten und Straßen. Wir führen den Versuch in unserem Labor nach DIN 18127 durch, sowohl in der normalen als auch in der modifizierten Variante. Vor jeder Proctor-Bestimmung empfiehlt sich eine Granulometrie zur Klassifizierung des Bodens, denn der Versuch setzt eine definierte Kornverteilung voraus.
Die Proctorkurve zeigt: Bei falschem Wassergehalt sinkt die Dichte um bis zu 15 % – das Risiko späterer Setzungen steigt massiv.
Methodik und Umfang
Die Böden in Bremen wechseln kleinteilig zwischen sandigen Geestablagerungen und tonigen Marschen. Für den Proctor-Versuch bedeutet das: Jede Bodenart braucht ihre eigene Prüfung. Der normale Proctor nach DIN 18127 kommt bei feinkörnigen Böden (Ton, Schluff) zum Einsatz, der modifizierte bei grobkörnigen und gemischtkörnigen Böden für höhere Belastungen. Beide Verfahren setzen die Probe in einem zylindrischen Gefäß mit definierter Fallhöhe und Schlagzahl. Der Versuch läuft in drei Schritten: Einbau in Lagen, Verdichtung und Bestimmung der Trockendichte bei fünf verschiedenen Wassergehalten. Die Auswertung ergibt die Proctorkurve, aus der wir den optimalen Wassergehalt ablesen. In Bremen arbeiten wir zusätzlich mit dem CBR-Versuch für die Tragfähigkeit von Schichten unter Verkehrslasten.
Technisches Referenzbild — Bremen
Lokale Besonderheiten
Der Proctor-Versuch selbst ist im Labor sicher, aber die Folgen falscher Werte sind es nicht. In Bremen haben wir mehrfach erlebt, dass Bauherren auf den Versuch verzichten und später Setzungsrisse in der Bodenplatte oder im Straßenbelag auftreten. Die Maschine – ein Fallhammer mit automatischer Zählung – erfordert exakte Kalibrierung. Jede Abweichung in der Fallhöhe verfälscht die Verdichtungsenergie. Wir nutzen nur geeichte Geräte und dokumentieren jeden Versuchsschritt. Der wichtigste Risikofaktor bleibt der Mensch: Ohne Erfahrung in der Probenvorbereitung liest man den optimalen Wassergehalt falsch ab. Unser Team in Bremen prüft daher jede Proctorkurve doppelt.
0,944 l (normal) / 0,944 l oder 2,2 l (modifiziert)
Fallhöhe
457 mm (normal) / 457 mm (modifiziert)
Schlagzahl pro Lage
25 (normal) / 25 (modifiziert, 5 Lagen)
Prüfumfang
5 Wassergehalte mit je 1 Versuch
Ergebnisse
maximale Trockendichte ρ_d,max und optimaler Wassergehalt w_opt
Zugehörige Fachleistungen
01
Normaler Proctor-Versuch (DIN 18127)
Für feinkörnige Böden wie Ton und Schluff mit geringer bis mittlerer Verdichtungsanforderung. Geeignet für Hinterfüllungen, Dämme und leichte Verkehrsflächen. Der Versuch läuft in 3 Lagen mit 25 Schlägen pro Lage. Lieferung der Proctorkurve inkl. optimalem Wassergehalt und maximaler Trockendichte.
02
Modifizierter Proctor-Versuch (DIN 18127)
Für grobkörnige und gemischtkörnige Böden sowie höhere Belastungen (z. B. Straßenunterbau, Industriefundamente). 5 Lagen mit 25 Schlägen pro Lage, erhöhte Verdichtungsenergie. Geeignet für Böden mit Kies- und Sandanteilen, wie sie in der Bremer Geest vorkommen.
Geltende Normen
DIN 18127, DIN EN 13286-2 (für ungebundene Gemische), DIN 18127 (Standard Proctor), DIN 18127 (Modified Proctor)
Häufige Fragen
Was kostet ein Proctor-Versuch in Bremen?
Der Preis für einen Proctor-Versuch (normal oder modifiziert) liegt in Bremen zwischen 90 und 170 Euro. Der genaue Betrag hängt von der Probenanzahl, der Bodenart und dem Aufwand der Probenvorbereitung ab. Bei mehreren Proben aus einem Bauvorhaben gewähren wir Staffelrabatte.
Wann brauche ich den normalen und wann den modifizierten Proctor?
Der normale Proctor kommt bei bindigen Böden (Ton, Schluff) zum Einsatz, die eine geringere Verdichtungsanforderung haben – typisch für Dämme oder leichte Wege. Der modifizierte ist für grobkörnige Böden (Sand, Kies) und höhere Belastungen gedacht, etwa unter Straßen oder Industriefundamenten. Die Wahl hängt von der Bodenklassifikation und der geplanten Nutzung ab.
Wie lange dauert die Durchführung des Proctor-Versuchs?
Ein kompletter Proctor-Versuch (alle fünf Wassergehalte) dauert im Labor etwa 2 bis 3 Arbeitstage. Die Trocknung der Proben im Ofen benötigt die meiste Zeit. Bei Eilaufträgen können wir die Trocknung beschleunigen, dann ist der Versuch innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen.
Warum ist der optimale Wassergehalt für die Verdichtung so wichtig?
Der optimale Wassergehalt ist der Feuchtewert, bei dem der Boden die höchste Dichte erreicht. Liegt der Wassergehalt darunter, lässt sich der Boden nicht ausreichend verdichten – es bleiben Lufteinschlüsse. Liegt er darüber, wird der Boden weich und verliert Tragfähigkeit. In Bremen mit seinen wechselnden Bodenarten ist dieser Wert oft überraschend niedrig, besonders in der Marsch.