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Infiltrationstest (Porchet/Doppelring-Infiltrometer) in Bremen

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Bremen wuchs über Jahrhunderte auf Marschböden, die durch die Weser und ihre Nebenflüsse geprägt sind. Die historische Altstadt steht auf aufgespülten Sanden und Klei, während die Neustadt und die östlichen Stadtteile oft auf organischen Torfen und tonigen Schichten gründen. Für jedes Bauvorhaben in Bremen ist die Kenntnis der Versickerungsfähigkeit des Untergrunds entscheidend. Der Infiltrationstest nach Porchet oder mit dem Doppelring-Infiltrometer liefert hier die verlässlichen Daten, um Drainageplanung, Regenwasserversickerung und Gründungstiefe optimal auszulegen. Gerade in den tiefer gelegenen Quartieren wie der Vahr oder Huchting sind die Ergebnisse dieses Tests oft der Schlüssel für eine wirtschaftliche und dauerhafte Lösung.

Illustratives Bild von Infiltracion in Bremen
Der Doppelring-Infiltrometer-Test misst die gesättigte hydraulische Leitfähigkeit im oberflächennahen Bereich – die Grundlage für jede funktionierende Regenwasserversickerung in Bremen.

Methodik und Umfang

Die DIN 19682-7 und das DWA-Arbeitsblatt A 138 geben den Rahmen für die Durchführung von Infiltrationstests vor. In Bremen ist die Anwendung dieser Norm besonders relevant, da der Wechsel von sandigen Deckschichten zu undurchlässigen Klei- oder Torfhorizonten ein typisches Risiko darstellt. Der Doppelring-Infiltrometer-Test erfasst die gesättigte hydraulische Leitfähigkeit im oberflächennahen Bereich, während der Porchet-Versuch in einem Bohrloch die Versickerung im Untergrund misst. Beide Verfahren ergänzen sich ideal. Vor dem eigentlichen Infiltrationstest sollte eine Klassifizierung der Böden nach DIN 18196 erfolgen, um die Schichten korrekt zu bewerten. Zudem empfiehlt sich bei heterogenem Aufbau eine ergänzende Untersuchung mit geophysikalischen Methoden, um die räumliche Verteilung der Durchlässigkeiten zu erkennen.
Technisches Referenzbild — Bremen

Lokale Besonderheiten

Vergleicht man die Blockland-Niederung mit der Bremer Düne in der Neustadt, zeigt sich ein extremes Gefälle der Durchlässigkeit. Während die Düne aus gut drainierenden Sanden besteht, liegen im Blockland mächtige Torf- und Kleischichten vor, die nahezu undurchlässig sind. Ein Bauvorhaben ohne ortsgenauen Infiltrationstest riskiert in diesen Lagen entweder eine überteuerte Drainage oder eine unzureichende Versickerung, die zu Vernässung und Setzungsschäden führt. Gerade in den Randbezirken Bremens, wo der Grundwasserspiegel hoch steht, ist der Test unverzichtbar.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
TestverfahrenDoppelring-Infiltrometer (DIN 19682-7), Porchet-Versuch (DWA-A 138)
Messgrößekf-Wert (gesättigte hydraulische Leitfähigkeit) in m/s
Testtiefe0,3 m bis 2,0 m unter Geländeoberkante
Versuchszeit60–120 Minuten pro Messpunkt
Genauigkeit± 15 % bei homogenen Böden, ± 30 % bei geschichteten Böden
AnwendungsbereicheVersickerungsanlagen, Drainageplanung, Gründungsbeurteilung

Zugehörige Fachleistungen

01

Porchet-Versuch mit Bohrloch

Der Porchet-Versuch wird in einem 10–20 cm weiten Bohrloch durchgeführt. Er eignet sich besonders für die Beurteilung der Versickerung im ungesättigten und gesättigten Bereich des Untergrunds. In Bremen setzen wir ihn vor allem dort ein, wo der Grundwasserspiegel tiefer als 1,5 m liegt, um die natürliche Durchlässigkeit des Bodens zuverlässig zu bestimmen.

02

Doppelring-Infiltrometer-Test

Der Doppelring-Infiltrometer-Test misst die Infiltrationsrate an der Geländeoberfläche. Zwei konzentrische Ringe werden in den Boden eingedrückt und mit Wasser gefüllt; der innere Ring liefert die eigentliche Messung. Dieses Verfahren kommt in Bremen vor allem bei der Planung von Regenwasserversickerungsanlagen und Gründungen auf bindigen Böden zum Einsatz.

Geltende Normen

DIN 19682-7:2015 – Felduntersuchungen zur Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit, DWA-A 138:2016 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser, DIN 18196:2011 – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN 1054:2021 – Baugrund: Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau

Häufige Fragen

Wann ist ein Infiltrationstest in Bremen gesetzlich vorgeschrieben?

Nach der Bremischen Bauordnung und dem Wasserhaushaltsgesetz ist ein Infiltrationstest erforderlich, wenn Sie eine Versickerungsanlage für Niederschlagswasser planen oder eine Baugenehmigung für ein Grundstück mit undurchlässigen Böden beantragen. Die zuständige Behörde verlangt den Nachweis der Versickerungsfähigkeit gemäß DWA-A 138.

Wie lange dauert ein Infiltrationstest vor Ort?

Ein einzelner Doppelring-Infiltrometer-Test dauert in der Regel 60 bis 120 Minuten, abhängig von der Durchlässigkeit des Bodens. Der Porchet-Versuch benötigt ähnlich viel Zeit. Für ein repräsentatives Bild in Bremen empfehlen wir mindestens drei Messpunkte pro Grundstück, was einen halben bis ganzen Arbeitstag bedeutet.

Welche Kosten sind für einen Infiltrationstest in Bremen üblich?

Die Kosten liegen für einen Standard-Doppelring-Infiltrometer-Test zwischen 280 und 380 Euro pro Messpunkt. Bei mehreren Punkten oder kombinierten Verfahren (Porchet + Doppelring) kann der Preis pro Punkt sinken. Eine genaue Offerte erhalten Sie nach Angabe der Grundstücksgröße und der gewünschten Testtiefe.

Was passiert, wenn der Boden in Bremen eine sehr geringe Versickerung zeigt?

Bei kf-Werten unter 1×10⁻⁶ m/s ist eine natürliche Versickerung oft nicht wirtschaftlich. Dann sind Maßnahmen wie der Bau von Rigolen, Mulden oder eine Ableitung in das öffentliche Kanalnetz erforderlich. Der Infiltrationstest liefert die genauen Werte, um diese Entscheidung fundiert zu treffen und teure Fehlplanungen zu vermeiden.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Bremen.

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