← Home · Hänge & Wände

Geophysik in Bremen

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

MEHR ERFAHREN →

Ein achtstöckiger Bürokomplex in der Bremer Innenstadt, direkt am Weserufer geplant – der Baugrund besteht aus weichen, organischen Kleiablagerungen über Sanden. Für die Baugrube war eine rückverankerte Spundwand vorgesehen. Die Herausforderung: Der Grundwasserstand liegt nur 1,5 Meter unter Gelände, und die Anker mussten sowohl temporäre Lasten aus der Baugrube als auch die dauerhafte Horizontalkraft aus dem Endzustand aufnehmen. In Bremen, wo die Geologie von holozänen Flussmarschböden und pleistozänen Sanden geprägt ist, erfordert die aktive/passive Verankerungsbemessung eine präzise Ermittlung der Grenzschicht zwischen bindigen und nichtbindigen Schichten. Vor der Festlegung der Ankerlängen und Vorspannkräfte wurde daher eine detaillierte Baugrunduntersuchung mit Rammsondierungen durchgeführt, um die Tragfähigkeit der Sandhorizonte zuverlässig zu bestimmen.

Illustratives Bild von Anclajes in Bremen
In Bremer Marschböden liegt der kritische Parameter oft nicht in der Ankerkraft selbst, sondern im Kriechverhalten des Kleis im Verbundbereich.

Methodik und Umfang

Bei der aktiven/passiven Verankerungsbemessung in Bremen unterscheiden wir klar zwischen vorgespannten Ankern (aktiv) und nicht vorgespannten Nägeln oder Passivankern. Aktive Anker werden nach DIN EN 1537 mit einer definierten Vorspannkraft eingebaut, um Verformungen sofort zu begrenzen – ideal für dichte innerstädtische Baugruben. Passive Systeme wie Boden- oder Felsnägel aktivieren sich erst mit der Geländeverformung und sind kostengünstiger. In Bremen kommt wegen der weichen Kleischichten oft das Prinzip des Verbundankers zum Einsatz: Der Ankerfuß wird in den tragfähigen Sand eingebracht, der Freispiegel läuft durch den Klei. Ein häufiger Fehler vor Ort ist die Annahme homogener Bodenverhältnisse – dabei zeigen die Bohrprofile oft Wechsellagerungen, die eine angepasste Bodenklassifikation nach DIN 18196 zwingend erforderlich machen. Die Bemessung erfolgt nach DIN 1054:2021 mit Teilsicherheitsbeiwerten für ständige und vorübergehende Bemessungssituationen.
Technisches Referenzbild — Bremen

Lokale Besonderheiten

Der Bremer Untergrund birgt ein spezifisches Risiko: Die Kleischichten, die teils bis 15 Meter mächtig sind, weisen ein ausgeprägtes Kriechverhalten unter Dauerlast auf. Wird die aktive/passive Verankerungsbemessung ohne Berücksichtigung des sekundären Kriechpfads durchgeführt, können Anker nach Jahren an Vorspannung verlieren – mit Folgen für die Standsicherheit der Baugrube. Hinzu kommt die hohe Grundwasserfließgeschwindigkeit in den Sandrinnen der Weser, die bei Verpressankern zum Auswaschen des Zementsteins führen kann. Deshalb setzen wir in Bremen auf verlängerte Aushärtezeiten und Dichtungsprüfungen vor dem Vorspannen.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: kontakt@geotechnik.sbs

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
AnkertypVorspannanker (DYWIDAG), Litzenanker, GEWI-Stabanker
Bemessungssituationständig (GZ 1a), vorübergehend (GZ 1b), außergewöhnlich (GZ 1c)
Bodenklasse (DIN 18300)Bodenklasse 4 (Klei, weich) bis Klasse 6 (Geschiebemergel)
Ankerneigung20°–45° zur Horizontalen, abhängig von Sperrschichten
Korrosionsschutzeinfach (temporär) bis doppelt (Daueranker nach DIN EN 1537)
ProbebelastungEignungsprüfung (EP) und Abnahmeprüfung (AP) nach DIN EN 1537

Zugehörige Fachleistungen

01

Vorplanung und Bodenerkundung

Erstellung von Bohrprofilen, Rammsondierungen und Laborversuchen zur Bestimmung der Scherparameter und Kriechneigung des Bremer Kleis.

02

Bemessung aktiver Anker

Ermittlung der erforderlichen Vorspannkraft, Ankerlänge und Korrosionsschutzklasse nach DIN EN 1537 für dauerhafte und temporäre Systeme.

03

Bemessung passiver Anker und Nägel

Berechnung von Boden- und Felsnägeln für dauerhafte Böschungssicherungen in Bremen – inklusive Nachweis der inneren und äußeren Standsicherheit.

04

Probebelastungen und Abnahme

Durchführung von Eignungs- und Abnahmeprüfungen (EP/AP) nach DIN EN 1537 mit Dokumentation der Kraft-Weg-Verläufe.

Geltende Normen

DIN EN 1537:2014 (Ausführung von Verpressankern), DIN 1054:2021 (Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), EA-Pfähle (Empfehlungen für Pfahlgründungen) – Abschnitt Verpressanker, DIN 4125 (Verpressanker – Berechnung, Bemessung, Ausführung)

Häufige Fragen

Wann ist ein aktiver Anker einem passiven Anker in Bremen vorzuziehen?

Aktive Anker werden immer dann eingesetzt, wenn Verformungen sofort begrenzt werden müssen – zum Beispiel in dichten innerstädtischen Baugruben oder bei angrenzender Bebauung. Passive Anker sind günstiger, lassen aber Millimeterbewegungen zu, bevor sie ihre Tragwirkung entfalten. In Bremer Kleiböden mit hohem Kriechpotential empfehlen wir bei Dauerankern aktiv vorgespannte Systeme.

Welche Kosten sind für die Verankerungsbemessung in Bremen üblich?

Die Kosten für eine aktive/passive Verankerungsbemessung in Bremen liegen je nach Komplexität zwischen 870 und 3.840 Euro. Der Preis umfasst die geotechnische Analyse, die statische Berechnung nach DIN 1054 sowie die Erstellung der Ausführungsunterlagen. Bei großen Projekten mit mehreren Ankerlagen kann der Aufwand abweichen.

Warum ist die Kriechneigung des Kleis für die Ankerbemessung so wichtig?

Klei verformt sich unter konstanter Last über Jahre hinweg. Wird dieser sekundäre Kriechpfad nicht in der Bemessung berücksichtigt, verlieren aktive Anker mit der Zeit ihre Vorspannkraft – die Baugrube driftet. In Bremen haben wir es oft mit organischen Kleischichten von 5–15 Metern Mächtigkeit zu tun. Deshalb führen wir ergänzend Kriechversuche im Labor durch.

Welche Normen gelten für Verpressanker in Deutschland?

Die zentrale Norm für die Ausführung ist DIN EN 1537:2014. Für die Bemessung und den Sicherheitsnachweis ist DIN 1054:2021 maßgeblich. Ergänzend kommen die EA-Pfähle (Empfehlungen für Pfahlgründungen) sowie DIN 4125 für Berechnung und Ausführung von Verpressankern zur Anwendung. In Bremen mit seinen besonderen Baugrundverhältnissen empfehlen wir zusätzlich die Berücksichtigung der DIN 18196 für die Bodenklassifikation.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Bremen.

Standort und Servicegebiet