← Home · Fundamente

Erdbebensichere Gründungsbemessung in Bremen – Geotechnische Analyse für Bauvorhaben

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

MEHR ERFAHREN →

Bremen wuchs über Jahrhunderte auf Marschböden und Torfschichten, die durch die Weser und Geestablagerungen geprägt sind. Diese weichen, oft wassergesättigten Sedimente stellen besondere Anforderungen an die Gründungsplanung – vor allem, wenn seismische Einwirkungen berücksichtigt werden müssen. Die erdbebensichere Gründungsbemessung in Bremen erfordert eine präzise Ermittlung der vs30/" data-interlink="1">Scherwellengeschwindigkeit und der dynamischen Bodenkennwerte, da die norddeutsche Tiefebene nicht als aseismisch gelten kann. Historische Beben wie das von 1756 bei Bremen zeigen, dass moderate Erschütterungen möglich sind. Daher kombinieren wir geophysikalische Verfahren wie MASW mit laborativen Triaxialversuchen, um das nichtlineare Bodenverhalten unter zyklischer Belastung zu erfassen – eine Grundlage für jede standsichere Fundamentauslegung.

Illustratives Bild von Cimentaciones sismicas in Bremen
Die VS30-Messung ergab in Bremen-Mitte Werte um 160 m/s – das entspricht Baugrundklasse S3 mit moderater Verstärkung nach DIN EN 1998-1/NA.

Methodik und Umfang

Bei einem Wohnungsbauprojekt in der Bremer Neustadt stand ein 14-geschossiger Neubau auf einer ehemaligen Hafenfläche an. Die weichen Klei- und Torfschichten reichten bis 18 Meter Tiefe, darunter folgte Geschiebemergel. Die erdbebensichere Gründungsbemessung in Bremen erforderte hier eine detaillierte Standortklassifizierung nach DIN EN 1998-1/NA. Wir führten zunächst eine Rammsondierung DPL zur Schichtabgrenzung durch, ergänzt durch Downhole-Seismik zur Bestimmung der VS30-Werte. Die Ergebnisse zeigten eine Baugrundklasse S3 mit moderater Verstärkung. Daraus leiteten wir Bemessungsspektren ab, die eine Pfahl-Platten-Gründung mit einer Mindesttiefe von 22 Metern empfahlen – inklusive Nachweis gegen setzungsinduzierte Boden-Bauwerk-Interaktion unter seismischer Last.
Technisches Referenzbild — Bremen

Lokale Besonderheiten

Das Feldgerät für die Downhole-Seismik in Bremen – ein 12-Kanal-Geophonarray mit hydraulischem Rüttler – wird auf einem 3,5-Tonnen-LKW montiert. Bei Hochwasser im Winterhalbjahr sind die Zufahrten zu den untersuchten Grundstücken oft nur mit Kettenfahrzeugen befahrbar. Die erdbebensichere Gründungsbemessung in Bremen wird dadurch erschwert, dass die oberflächennahen Torf- und Muddeschichten eine starke Dämpfung aufweisen, aber unterhalb von 8 Metern plötzlich steife Geschiebemergel auftreten – dieser Wechsel kann zu unerwarteten Resonanzeffekten führen. Wir kalibrieren daher jedes numerische Modell mit mindestens zwei unabhängigen Messmethoden, um die Standorteffekte realitätsnah abzubilden.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: kontakt@geotechnik.sbs

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Scherwellengeschwindigkeit VS30140 – 180 m/s (Bremer Innenstadt)
Baugrundklasse nach DIN EN 1998-1/NAS3 überwiegend, lokal S4
Bemessungsbeschleunigung agR0,4 – 0,6 m/s² (Referenzwert)
Bodenverstärkungsfaktor S1,35 – 1,55 (abhängig vom Profil)
Zyklenzahl bis Verflüssigung (Ncyc)> 30 bei feinkörnigen Kleischichten

Zugehörige Fachleistungen

01

Seismische Standortanalyse (VS30 & Bodenklassifizierung)

Durchführung von MASW- und H/V-Messungen zur Bestimmung der vs30/" data-interlink="1">Scherwellengeschwindigkeit bis 30 m Tiefe. Auswertung nach DIN EN 1998-1/NA mit Klassifizierung in S1–S4. Inklusive Bericht mit standortspezifischen Bemessungsspektren für den Tragwerksplaner.

02

Zyklische Laborversuche & Verflüssigungsnachweis

Triaxiale zyklische Versuche an ungestörten Proben aus Bremen (Mischproben aus Klei und Torf). Bestimmung der Steifigkeitsabnahme und Dämpfungserhöhung unter Lastwechseln. Nachweis der Sicherheit gegen Verflüssigung nach NCEER (Youd et al. 2001).

Geltende Normen

DIN EN 1998-1/NA:2011 (Nationaler Anhang – Erdbebenlasten), DIN 4149 (zurückgezogen, aber für Altbauten noch Referenz), DIN 1054:2021 (Baugrund – Sicherheitsnachweise), ISO 22475-1 (Probenentnahmeverfahren für dynamische Versuche)

Häufige Fragen

Welche Norm gilt für die erdbebensichere Gründungsbemessung in Bremen?

Die maßgebende Norm ist DIN EN 1998-1/NA:2011 (Eurocode 8 mit nationalem Anhang). Für Bremen gilt die Erdbebenzone 0 mit moderater Verstärkung – das führt zu einer reduzierten, aber nicht vernachlässigbaren Lastannahme. Zusätzlich wird DIN 1054:2021 für die Standsicherheitsnachweise herangezogen.

Kann man in Bremen auf Flachgründungen bauen, wenn Erdbebenlasten angesetzt werden?

Auf den typischen Klei- und Torfschichten der Brener Innenstadt ist eine Flachgründung bei Bauwerken ab drei Geschossen ohne seismische Verstärkung meist nicht ausreichend. Die erdbebensichere Gründungsbemessung in Bremen empfiehlt bei weichen Böden und moderaten Bebenlasten eine Tiefgründung (Pfahl-Platte oder Bohrpfähle) mit einer Mindesttiefe von 15 bis 25 Metern, abhängig von der VS30-Klasse.

Welche Kosten sind für eine seismische Baugrunduntersuchung in Bremen üblich?

Die Kosten für eine komplette seismische Baugrunduntersuchung inklusive MASW, Downhole-Seismik und zyklischen Laborversuchen liegen zwischen 1.190 und 4.280 Euro. Der genaue Preis hängt von der Grundstücksgröße, der Anzahl der Messpunkte und der erforderlichen Bohrtiefe ab. Enthalten sind die Feldarbeit, Auswertung und ein standortspezifischer Bericht.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Bremen.

Standort und Servicegebiet

Erläuterungsvideo