Im Bremer Nordwesten planen viele Baufirmen die Fahrbahnbefestigung ohne ausreichende Kenntnis der anstehenden Torf- und Kleischichten. Die Folge: Risse in der Asphaltdecke, Setzungen an Bordsteinen, vorzeitiger Sanierungsbedarf. Eine saubere Untergrundbemessung mit laborativen CBR-Versuchen und Plattendruckversuchen verhindert diese Schäden. Wir ermitteln die Tragfähigkeit des Erdplanums, berechnen die erforderliche Dicke der Frostschutzschicht und stimmen die Bitumenbefestigung oder Betondecke auf die örtlichen Verhältnisse ab. Ergänzend dazu führen wir eine Kornverteilung durch, um die Filterstabilität der Tragschichten zu beurteilen.
In Bremer Torf- und Kleiböden entscheidet der CBR-Wert über die Dicke der Frostschutzschicht – Fehler hier führen zu Rissen und Setzungen.
Methodik und Umfang
Die Hansestadt Bremen liegt im Marschland mit mächtigen weichen Schichten aus Klei und Torf. Der Grundwasserstand steht oft nur 0,5–1,5 Meter unter Gelände. Darauf bauen wir die Straßengeotechnik auf: Wir bestimmen den CBR-Wert nach DIN 18134, die Wasserdurchlässigkeit und das Frost-Tau-Verhalten. Die Bemessung der befestigten Flächen erfolgt nach RStO 12, die Dicke der ungebundenen Tragschichten nach den Tabellen der ZTV SoB-StB. In einem zweiten Schritt prüfen wir den Verdichtungsgrad und die Homogenität des Unterbaus. Für Abschnitte mit sehr geringer Tragfähigkeit empfehlen wir einen Bodenaustausch oder eine Geogitterbewehrung. Auf diese Weise halten die Verkehrsflächen in Bremen auch bei hohen Lkw-Lasten und nassen Wintern.
Technisches Referenzbild — Bremen
Lokale Besonderheiten
Ein Logistikzentrum im Bremer Industriegebiet: Die Planung sah 25 cm Asphalt auf 40 cm Schotter vor. Nach dem ersten Winter zeigten sich Längsrisse und eine Wellenbildung im Fahrstreifen. Der Fehler: Die Torfschicht unter dem Erdplanum war nicht ausreichend erkundet, der CBR-Wert lag unter 3 %. Die Straßengeotechnik hätte hier einen Bodenaustausch von 1,2 m Tiefe oder eine Bewehrung mit Geogittern gefordert. Die Nachbesserung verschlang das Doppelte der ursprünglichen Baukosten.
Entnahme von gestörten und ungestörten Proben, CBR-Versuch im Labor, Klassifikation der Frostempfindlichkeit nach RStO 12.
02
Bemessung des Fahrbahnoberbaus
Ermittlung der erforderlichen Dicken für Asphalt-, Beton- und Pflasterdecken auf Basis der örtlichen Tragfähigkeit.
03
Baugrundverbesserung für Verkehrsflächen
Planung von Bodenaustausch, Geogitterbewehrung oder Kalkzementstabilisierung bei geringer Tragfähigkeit.
04
Qualitätssicherung auf der Baustelle
Plattendruckversuche, Dichtekontrollen, Rammsondierungen zur Abnahme des Erdplanums und der Tragschichten.
Geltende Normen
RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen), ZTV SoB-StB (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für den Bau von Schichten ohne Bindemittel), DIN 18134 (Plattendruckversuch), DIN 18196 (Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation)
Häufige Fragen
Warum ist Straßengeotechnik in Bremen besonders wichtig?
In Bremen liegen große Flächen auf Torf- und Kleiböden mit sehr geringer Tragfähigkeit. Ohne eine gezielte Untergrundbemessung setzen sich die Fahrbahnen ungleichmäßig, es entstehen Risse und Spurrillen bereits nach wenigen Jahren.
Welche Kennwerte werden für die Bemessung des Fahrbahnoberbaus benötigt?
Entscheidend sind der CBR-Wert, die Frostempfindlichkeitsklasse nach RStO 12, der Ev2-Wert aus dem Plattendruckversuch und die Wasserdurchlässigkeit. Diese Werte bestimmen die Dicke der Frostschutzschicht und der bituminösen oder hydraulisch gebundenen Schichten.
Wie läuft eine typische Untersuchung für eine Straße in Bremen ab?
Zuerst werden Bohrkern- oder Schürfproben entnommen, im Labor auf Korngröße, Wassergehalt und CBR-Wert geprüft. Parallel führen wir Rammsondierungen und Plattendruckversuche auf dem Erdplanum durch. Die Ergebnisse fließen in eine rechnerische Bemessung nach RStO 12.
Was kostet eine straßengeotechnische Untersuchung in Bremen?
Für ein Einfamilienhausgrundstück mit Zufahrt liegen die Kosten zwischen 710 und 1.500 Euro. Bei größeren Gewerbeflächen oder Logistikzentren kann der Aufwand auf bis zu 3.350 Euro steigen – abhängig von der Anzahl der Bohrpunkte und dem Laborumfang.
Welche Alternativen gibt es bei sehr geringer Tragfähigkeit?
Bei CBR-Werten unter 3 % ist ein Bodenaustausch von 0,5 bis 1,5 Metern Tiefe die wirtschaftlichste Lösung. Alternativ können Geogitter oder eine Kalkzementstabilisierung die Tragfähigkeit verbessern, ohne dass der gesamte Untergrund ausgetauscht werden muss.